„Wir haben es satt!“- Demo am Samstag, 17. Januar 2026 in Berlin: Slow Food Deutschland geht auf die Strasse für eine zukunftsfähige Landwirtschaft und ein faires, transparentes Lebensmittelsystem

Slow Food Deutschland gehört zum „Wir haben es satt!“- Bündnis und war bereits 2011 als Mitorganisator bei der ersten Großdemo dabei. Nicht um des Protests willen, sondern von der gemeinsamen Vision einer nachhaltigen Landwirtschaft und eines Lebensmittelsystems getragen, das Menschen, Natur und Klima in den Mittelpunkt stellt. 

Mit dem ‚Wir haben es satt!“-Bündnis setzen wir uns ein für

eine Landwirtschaft, die verantwortungsvoll mit allen Ressourcen umgeht – mit natürlichen Lebensgrundlagen wie Boden, Wasser und Luft ebenso wie mit den Menschen, die durch ihre Arbeit unsere Ernährung sichern, und mit den Tieren, die ein Recht auf eine artgerechte Haltung haben,

ein Ernährungssystem, das den Wert von Lebensmitteln anerkennt – ebenso wie das Wissen, die Erfahrung und die Arbeit, die in ihrer Erzeugung stecken. Diese Arbeit ist eine zentrale Voraussetzung für den Schutz von Biodiversität und Klima,

• ein nachhaltiges und transparentes Lebensmittelsystem, das die Ernährungssouveränität stärkt: das Wissen der Menschen ebenso wie ihr Recht, sich bewusst für hochwertige, genussvolle, fair und nachhaltig erzeugte Lebensmittel zu entscheiden, und Zugang dazu zu erhalten.

Viele dieser Forderungen werden inzwischen von breiten Teilen der Wissenschaft und der Wirtschaft unterstützt und haben über die Jahre politische Aufmerksamkeit erlangt. Gleichzeitig zeigt sich in der aktuellen Politik – auf Bundes- wie auf EU-Ebene – der Wille, wichtige Erkenntnisse und erreichte Fortschritte wieder zurückzunehmen.

Umso wichtiger ist es für uns, weiterhin mit Klarheit, Nachdruck und Überzeugung für unsere Ziele einzutreten:

Für eine bäuerliche, umwelt- und tiergerechte Landwirtschaft, die

• auch unter zunehmend schwierigen Bedingungen unsere natürlichen Lebensgrundlagen für kommende Generationen erhält, indem sie u.a. auf Agrochemie verzichtet, die Biodiversität schützt und sichere, rückstandsfreie Lebensmittel erzeugt,

gesunde, fruchtbare Böden bewahrt, damit für unsere Ernährungssicherheit sorgt, aktiv zum Wasser- und zum Klimaschutz beiträgt und dem Klimawandel entgegenwirkt,

weniger exportorientiert ist und eine verlässliche Versorgung mit guten, sicheren und bezahlbaren Lebensmitteln gewährleistet.

Dafür braucht es geeignete politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen für Erzeuger*innen und Verarbeiter*innen. Nur so können qualitativ hochwertige, chemie- und gentechnikfreie Lebensmittel hergestellt werden – und nur so ist eine faire Entlohnung der geleisteten Arbeit möglich.

Slow Food Deutschland und das WHES-Bündnis fordern daher:

eine EU-Agrarförderung, die sich an der gesellschaftlichen Leistung der Landwirtschaft für Mensch, Umwelt und Klima orientiert – und nicht an der Größe der bewirtschafteten Fläche,

• ein wirksames, gemeinwohlorientiertes Grundstücksverkehrsgesetz, das bäuerliche Land- und Forstwirtschaft erhält und sie vor Bodenspekulation und Ausverkauf schützt – als Anerkennung ihrer zentralen Rolle für Natur, Umwelt und regionale Wirtschaftskreisläufe.

mehr Transparenz für Verbraucher*innen – insbesondere bei hochverarbeiteten Lebensmitteln, beim Einsatz von Gentechnik sowie bei Produktionsstandards, die EU-Erzeugnisse von Importen aus Nicht-EU-Ländern unterscheiden (z. B. verbotene Pestizide und soziale Standards).

„Die Ernährungspolitik muss wissenschaftliche Fakten wieder anerkennen. Pestizide zerstören Böden. Wir brauchen eine zukunftsfähige Landwirtschaft – mit dem Vorsorgeprinzip an erster Stelle!“, so Dr. Rupert Ebner, Tierarzt und Vorsitzender von Slow Food Deutschland e.V.

Dr. Rupert Ebner ist seit 2024 Vorsitzender von Slow Food Deutschland e.V. Er publizierte zuletzt „Pillen vor die Säue – Warum Antibiotika in der Massentierhaltung unser Gesundheitssystem gefährden“.
 Der studierte Tiermediziner war lange Zeit Vizepräsident der Bayerischen Landestierärztekammer sowie  Umwelt- und Gesundheitsreferent der Stadt Ingolstadt.

PM Slow Food Deutschland e.V.

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