Süddeutsche Zeitung und Tagesschau berichten, dass deutsche Behörden einem Tanker der russischen Schattenflotte am 10. Januar erstmals die Durchfahrt durch deutsche Hoheitsgewässer untersagt hätten. Der “Tavian” sei aufgrund gefälschter IMO-Nummer von der Bundespolizei eine Fahrt durch die deutsche Ostsee verweigert worden. Daraufhin sei das Schiff umgedreht und habe die Ostsee Richtung Murmansk verlassen. Greenpeace hatte die Ministerien und angeschlossene Behörden am 9. Januar auf den Tanker und seine fehlenden Papiere hingewiesen und zum Handeln aufgefordert. Es kommentiert Thilo Maack, Meeresbiologe von Greenpeace:
“Gut, dass die Behörden endlich konsequent handeln und der ‘Tavian’ die Durchfahrt durch deutsche Ostseegewässer verweigert haben. Allerdings hätten die Behörden den Tanker auch festsetzen können. Rechtlich wäre das möglich. Mit dem 27 Jahre alten Schrottschiff wird daher weiter russisches Öl exportieren, mit den Gewinnen aus dem Verkauf baut Russland Raketen und Drohnen, um damit ukrainische Städte zu bombardieren.
Seit Ausbruch des Krieges passierten bis zu 3000 Öltanker unbehelligt die deutsche Ostsee, viele davon führten keine oder eine falsche Flagge. Allein das reicht aus, die Schiffe zu inspizieren und bei den offensichtlichen Rechtsverstößen festzusetzen. Leider fehlen der Bundesregierung dazu bisher der Mut und der politische Wille.”
Hintergrund – Ablauf der Ereignisse:
6. Januar: Hinweis zur Tavian geht von Greenpeace-Dänemark an dänische Regierung
9. Januar: Hinweis zur Tavian geht von Greenpeace-Deutschland an deutsche Behörden und Regierung
10. Januar: Tavian fährt durch deutsche Nordsee
10. Januar: Bundespolizei kontaktiert Tavian
11. Januar: Tavian passiert Skagen um 4:00 Uhr
11. Januar: D Bundespolizei erteilt Einfahrtverbot in dt. Ostsee-Küstengewässer
11. Januar: Tavian dreht auf Höhe Langeland um 19:35 CET
Tavian fährt jetzt Richtung Arktis, vermutl. nach Murmansk.
PM Greenpeace Deutschland e.V.