Nicole Gohlke, stellvertretende Vorsitzende der Fraktion Die Linke im Bundestag und Sprecherin für Bildung und Wissenschaft, zur Ganztagsbetreuung für Erstklässler:
„Wenn jede vierte Grundschule befürchtet, den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung nicht erfüllen zu können. Wenn die Hälfte der Schulleitungen warnt, dass die pädagogischen Mindestanforderungen an den Ganztag nicht gegeben seien, dann ist das ein fataler Mix. Doch der kommt nicht von ungefähr: Es gibt bundesweit keine einheitlichen Standards für Personalschlüssel, Qualifizierung oder pädagogische Inhalte. Der Ganztag droht, zur reinen Betreuungs-Billigvariante zu werden. Darüber hinaus verkündet die Bundesregierung den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung, finanziert diesen aber nicht auskömmlich. Parallel fehlen laut GEW bundesweit mehr als hunderttausend Lehrkräfte und mehrere hunderttausend qualifizierte Fachkräfte bis 2030. Am Ende zahlen die Kommunen die Zeche. Solange Bund, Länder und Kommunen nicht dauerhaft zusammenarbeiten dürfen, werden all diese Probleme nicht gelöst. Deshalb gehört das Kooperationsverbot endlich abgeschafft. Bildung darf nicht zu einer halbgaren Sparmaßnahme auf dem Rücken unserer Kinder werden.“
PM Fraktion Die Linke im Bundestag