Mit dem Ende des Streiks am 12.02. um 23:59 Uhr zieht die Vereinigung Cockpit (VC) eine positive Bilanz des Arbeitskampfes. „Unsere Mitglieder haben sich entschlossen und geeint gezeigt. Wir bedanken uns für ihre Unterstützung und ihr Vertrauen“, sagt VC-Präsident Andreas Pinheiro. Nach Einschätzung der VC sind im Zuge des Arbeitskampfes rund 93 Prozent der bestreikten Flüge am Boden geblieben. Bestreikt wurden ausschließlich Flüge, die von deutschen Flughäfen starteten.
Begleitet wurde der Streik von Behauptungen, zu welchen die VC zum Streikende Stellung nehmen möchte. „Behauptungen, wonach es uns im gestrigen Arbeitskampf um mehr ginge als die betriebliche Altersversorgung, sind falsch und substanzlos. In unserem Streikbeschluss und -aufruf wurde festgelegt, dass es um unsere konkreten Forderungen zur Altersversorgung ging. Andere Ziele gab es nicht. Der Streikaufruf lag auch dem Arbeitgeber vor – warum immer wieder anderes behauptet wird, erschließt sich uns nicht“, so Pinheiro.
Auch Aussagen von Lufthansa-Vorstand Michael Niggemann während des Arbeitskampfes, ein Lufthansa-Pilot gehe mit Bezügen von 8.400 Euro in den Ruhestand, weist die VC entschieden zurück. „Eine einzelne Zahl herauszugreifen, ist unseriös, spekulativ und wird der Realität nicht gerecht. Die meisten Pilotinnen und Piloten gehen voraussichtlich mit einer betrieblichen Altersversorgung zwischen 2.000 und 5.000 Euro in den Ruhestand. Den Höchstbetrag erreicht dabei nur eine sehr kleine Gruppe. Jüngere Pilotinnen und Piloten werden dieses Niveau wohl nie erreichen können. Solche Aussagen des Lufthansa-Managements sowie die wiederholte Hervorhebung angeblicher Spitzengehälter diskreditieren die Pilotinnen und Piloten und schaffen kein Vertrauen für Gespräche, die Herr Niggemann öffentlich einfordert“, betont Andreas Pinheiro.
Frank Blanken, ebenfalls Mitglied im VC-Vorstand, erklärt erneut: „Insgesamt sieben Verhandlungsrunden blieben ohne greifbares Ergebnis. Zu keinem Zeitpunkt lag ein Angebot der Arbeitgeberseite vor, dass unser Anliegen in irgendeiner Weise aufgegriffen hätte – kein einziges.“ Noch im Januar hat die Tarifkommission einen erneuten Vorschlag für eine temporäre Lösung unterbreitet, den das Management jedoch ignorierte. „Dass es zu einem Streik gekommen ist, lag ausschließlich in der Verantwortung des Arbeitgebers.“
Bis zum Versand der Pressemitteilung lag der Vereinigung Cockpit keine Reaktion des Lufthansa-Managements vor. Wir sind zu Gesprächen und zu Entgegenkommen bereit – dafür braucht es jedoch zunächst einen Schritt der Arbeitgeberseite.
Die Vereinigung Cockpit ist der Berufsverband des Cockpitpersonals in Deutschland. Er vertritt die berufs- und tarifpolitischen Interessen von rund 9.600 Mitgliedern bei sämtlichen deutschen Airlines und sieht darüber hinaus seine Aufgabe in der Erhöhung der Flugsicherheit in Deutschland.
PM Vereinigung Cockpit e.V.