Deutschland wird dem UN-Hochseeschutzabkommen beitreten. Dafür hat heute der Bundesrat mit der Zustimmung zu zwei Gesetzesentwürfen den Weg frei gemacht. Wie wichtig international vernetzter Meeresschutz ist, zeigt auch der gestrandete Buckelwal, der sich in die Ostsee verirrt hat. Greenpeace-Meeresbiologin Franziska Saalmann fordert nun von der Bundesregierung vollen Einsatz für die Umsetzung von internationalen Schutzgebieten und stärkeren Meeresschutz, auch direkt vor der Haustür:
“Der Beitritt ist ein Durchbruch – und zugleich eine Verpflichtung, jetzt weiter engagiert zu handeln. Deutschland hat die Verantwortung, diese Vereinbarung mit Leben zu füllen und aus Worten wirksames Handeln zu machen. 30 Prozent der Meere müssen bis 2030 wirksam geschützt werden. Am besten durch ein globales Netzwerk von Schutzgebieten – denn der Ozean und seine Bewohner kennen keine Grenzen. Von ihrem Schutz profitieren wir alle.
Der Buckelwal, der sich auf seiner Wanderung vom offenen Atlantik in die Ostsee verirrt hat, ist ein trauriges Beispiel, wie dringend wir besseren Meeresschutz brauchen. Sein Verfangen in ein Fischernetz hat ihn stark geschwächt und noch immer ist nicht gewiss, ob er den Weg zurückfindet und überlebt. Menschliche Einflüsse, wie die Vermüllung, Überfischung und Auswirkungen der Klimakrise bedrohen Wale und alle Meeresbewohner weltweit. Deutschland muss im Rahmen des Hochseeschutzabkommens und auch in den nationalen Meeren für wirksame Schutzgebiete sorgen. Nur wenn wir den Ozean als weltweite Einheit betrachten, werden wir ihn, seine Artenvielfalt und unsere Lebensgrundlage retten können.”
Hintergrund
Das UN-Hochseeschutzabkommen (BBNJ) wurde 2023 offiziell beschlossen und gilt seit dem 17. Januar 2026 weltweit. Mit der aktuellen Zustimmung des Bundesrates ist das formale Gesetzgebungsverfahren für die deutsche Ratifizierung nun abgeschlossen. BBNJ ist das zentrale Instrument, um das 30×30-Ziel auf die Hohe See anzuwenden. In nationalen Gebieten hat Deutschland dieses Ziel auf dem Papier bereits erreicht – doch in der Praxis schützen diese Gebiete nicht richtig, da nach wie vor zerstörerische Nutzungen erlaubt bleiben.
Foto von Greenpeace
PM Greenpeace Deutschland e.V.