Heute unterzeichneten Vertreterinnen und Vertreter der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Berlin gemeinsam mit internationalen Partnerorganisationen ein Memorandum of Understanding (MoU) zur Gründung der „Not On Our Watch – A Democratic Policing Initiative“. Der GdP-Bundesvorsitzende Jochen Kopelke erklärte: „Seit über 75 Jahren setzt sich die GdP für eine starke demokratische Polizei in einer hierzulande starken Demokratie ein. Mit der beabsichtigten Gründung der „Not On Our Watch – A Democratic Policing Initiative“ weitet die Gewerkschaft der Polizei ihr demokratisches Engagement über Ländergrenzen hinweg und gemeinsam mit internationalen Partnern aus.“
Zudem stelle die Initiative „einen bedeutenden Meilenstein der gewerkschaftlichen GdP-Bildungsarbeit dar“, so Kopelke, der zugleich Präsident des europäischen Gewerkschaftsdachverbandes EU.Pol ist, weiter. Im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit zwischen der GdP und europäischen sowie nordamerikanischen Polizeiorganisationen habe sich die Idee der Gründung einer transnationalen „Democratic Policing Initiative“ entwickelt. „Diese soll eine breite, atlantiküberspannende Plattform zur Stärkung demokratischer Polizeiarbeit, zur Förderung professioneller Standards und zur besseren Zusammenarbeit beim Schutz vulnerabler Gruppen schaffen“, unterstrich der Gewerkschaftschef.
Bei demokratischer Polizeiarbeit gehe es um Menschen, denen die Polizei diene, und insbesondere um diejenigen, die „am meisten auf unseren Schutz angewiesen sind“, betonte GdP-Bildungsvorstand Katrin Kuhl. Vulnerable und marginalisierte Gemeinschaften erlebten Feindseligkeit, Gewalt und institutionelle Schutzlücken oft als Erste. „Wie wir darauf reagieren, ist ein entscheidender Prüfstein demokratischer Polizeiarbeit“, bekräftigte Kuhl. Die Polizei muss sich Kuhl zufolge der demokratischen Erosion entgegenstellen. Die Rolle der Polizei beinhalte dabei die Dialogfähigkeit, die Deeskalation, das Verständnis komplexer gesellschaftlicher Dynamiken sowie Sensibilität im Handeln auf verschiedensten Feldern. Gelingen könne das durch kontinuierliche Fortbildung, eine feste ethische Grundlage und Unterstützungssysteme, „die Resilienz und Wohlbefinden unserer Einsatzkräfte sichern“, führte die Gewerkschafterin aus. Und GdP-Vize Sven Hüber ergänzte: „Diese bemerkenswerte Initiative reagiert auf die Zunahme von extremistischen und antisemitischen Bestrebungen sowie auf die steigende Gewaltbereitschaft allerorten. Sie will Lösungen finden gegen die zunehmende Polarisierung in demokratischen Gesellschaften und den wachsenden Druck auf staatliche Institutionen und deren Unabhängigkeit.“
Zu den Partnern, die das MoU unterzeichneten, gehören neben der GdP und EU.Pol, Vertreter des Rutgers Miller Center on Policing and Community Resilience sowie des Center for Public Safety and Justice der University of Virginia, und mehrere internationale Polizeiorganisationen aus Nordamerika, darunter die International Association of Chiefs of Police (IACP), National Sheriffs’ Association (NSA), International Association of Campus Law Enforcement (IACLEA) und die Small & Rural Law Enforcement Executives Association (SRLEEA).
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) ist die größte Interessenvertretung der Polizeibeschäftigten Deutschlands. Sie engagiert sich für ihre bundesweit über 210.000 Mitglieder, für die Zukunftsfähigkeit der Polizei sowie auf dem Gebiet der Sicherheits- und Gesellschaftspolitik.
PM Gewerkschaft der Polizei (GdP)