Deutsches Schulbarometer – Mehr Zeit und Vorbereitung nötig, um Wohlbefinden zu stärken

Zu den heute veröffentlichten Ergebnissen des Deutschen Schulbarometers sagt Tomi Neckov, Bundesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE): „Die Ergebnisse sind beunruhigend. Psychische Belastungen bei Kindern und Jugendlichen steigen an, ganz besonders bei Kindern aus einkommensschwachen Familien. Davor darf Politik nicht die Augen verschließen. Armut ist ein zentrales Hemmnis von Bildungsgerechtigkeit. Deshalb müssen gerade einkommensschwache Familien weiter finanziell entlastet und Schulen besser dafür ausgestattet werden, armutsbetroffene Kinder zu fördern.“

Wohlbefinden als zentraler Baustein des Bildungserfolgs

Die Studie zeigt zum einen, dass die Förderung von Lernleistung und das Wohlbefinden nicht in Konkurrenz zueinanderstehen. Wohlbefinden wird zudem durch Unterrichtsqualität unterstützt und steht in engem Zusammenhang mit der Möglichkeit von Partizipation. Während Schülerinnen und Schüler sich mehr Partizipation wünschen, hielten die Lehrkräfte in einer vergangenen Umfrage die vorhandenen Möglichkeiten größtenteils für ausreichend. Der Bundesvorsitzende erklärt: „Demokratie lernt man nicht mit dem Lehrbuch, sondern durch das Tun. Allerdings werden nicht alle Partizipationsmöglichkeiten als solche eingeführt. Es ist daher möglich, dass Lehrkräfte öfter Wahlmöglichkeiten eröffnen, als es den Schülerinnen und Schülern bewusst ist. Zudem stehen wir immer wieder vor der Situation, dass dem Personal die Zeit fehlt. Unter dem Druck voller Lehrpläne und dem gesellschaftlichen Anspruch an Schule, bleibt dann das Miteinander auf der Strecke. Das haben aber nicht die Lehrkräfte zu verantworten, sondern die Politik. Die Fachkräfte können nicht ausgleichen, was an Ressourcen fehlt.“

Fokus: Aus-, Fort- und Weiterbildung

Um die positiven Effekte von konstruktiver Unterstützung, kognitiver Aktivierung, Klassenklima und Klassenführung bestmöglich nutzen zu können, fordert der VBE-Chef Neckov: „Die Effekte sind belegt, aber können nicht überall zum Tragen kommen, wenn die entsprechende Verankerung dieser Konzepte nicht in allen drei Phasen der Lehramtsausbildung gegeben ist. Die Fortbildungsinstitute sind gemeinsam mit den Ministerien in der Verantwortung, dies zu gewährleisten. Und natürlich Zeit für Fortbildungen der Kolleginnen und Kollegen, die diese wegen des anhaltenden Lehrkräftemangels selten wahrnehmen können.“

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) vertritt als parteipolitisch unabhängige Bildungsgewerkschaft die Interessen von ca. 164.000 Pädagoginnen und Pädagogen – aus dem frühkindlichen Bereich, der Primarstufe, den Sekundarstufen I und II und dem Bereich der Lehrkräftebildung – in allen Bundesländern. Der VBE ist eine der beiden großen Bildungsgewerkschaften in Deutschland und mitgliederstärkste Fachgewerkschaft im dbb beamtenbund und tarifunion.

 

PM VBE Verband Bildung und Erziehung

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