Evelyn Schötz, Sprecherin für psychische Gesundheit der Fraktion Die Linke im Bundestag, zur Meldung, wonach immer mehr Kinder wegen psychischer Probleme in Kliniken behandelt werden:
„Es ist eine Binsenweisheit – in Krisenzeiten geraten die Schwächsten – also Kinder, Alte, Kranke – als erste unter die Räder. Exemplarisch dafür steht diese Zahl: Kinder und Jugendliche müssen im Schnitt vier bis sechs Monate auf die stationäre Therapie warten. Für die Betroffenen, die dringend Hilfe benötigen, ist das eine Ewigkeit. Junge Menschen wachsen heute auf in einer Zeit multipler Krisen, in der alles teurer wird, viele Familien unter Dauerstress stehen und Zukunftsangst zum Alltag gehört. Klimakrise, Kriege, Leistungsdruck in Schule und Ausbildung, Social-Media-Druck und ein Gefühl von ‚ihr müsst funktionieren‘ sind allgegenwärtig. Gleichzeitig wird an genau den Stellen gekürzt, die Halt geben: an Schulen, in der Jugendhilfe, in der Prävention und im Gesundheitswesen. Ich fordere daher von der Bundesregierung mehr Therapieplätze für Kinder- und Jugendliche, Schulpsycholog:innen an jeder Schule, Gesundheitsförderung als Teil der Schulkultur, mehr Personal in der Schulsozialarbeit und die Wiederaufnahme des Projekts ‚Mental Health Coaches‘ an Schulen. Wer mentale Gesundheit ernst nimmt, sorgt für verlässliche Unterstützung, Zeit zum Aufwachsen und gute Zukunftsperspektiven, statt Kinder und Jugendliche mit ihren Sorgen allein zu lassen.“
PM Fraktion Die Linke im Bundestag