Auch einen Tag nach dem Saarbrücker Richterspruch zeigt sich die Gewerkschaft der Polizei (GdP) angesichts des Missverhältnisses von Tat und Urteil erschüttert. Das Urteil des Landgerichts lasse die Polizeifamilie sprachlos zurück, unterstrich der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende Alexander Poitz am Donnerstag. Im August 2025 war Kollege Simon Bohr im Einsatz durch mehrere Schüsse getötet worden. Die Richterin wertete indes den gesamten Tatvorwurf als besonders schweren Raub. Das Gericht blieb mit seinem Urteil damit hinter der Forderung der Verteidigung zurück.
„Die Erwartungshaltung innerhalb der Polizei ist durch das Ende des Verfahrens nicht annähernd erfüllt worden. Erneut sind wir in Gedanken bei der Familie und den Angehörigen. Auch alle Kolleginnen und Kollegen werden viel Kraft benötigen, um diese unerwartete Entwicklung verdauen zu können“, erklärte Poitz. Die Tat könne zwar nicht ungeschehen gemacht werden, doch gerechte Sühne sähe nach dem Verständnis vieler anders aus. „Die Tat hat die saarländische Polizei in einen Albtraum versetzt, das Urteil verstärkt das Gefühl unfassbarer Trauer.“
Nun werde das Vertrauen in die Justiz auf eine harte Probe gestellt. Das Gericht sei jetzt gefordert, dieses Vertrauen in den Rechtsstaat wiederherzustellen.
Poitz verdeutlichte: „Die Gewaltspirale in Deutschland nimmt zu. Die Polizei muss schlimme und tragische Ereignisse wie in Völklingen, Kusel, Mannheim oder Lauchhammer verkraften. Das Risiko, im Dienst eine schwere Verletzung zu erleiden oder das Leben zu verlieren, steigt. Die Politik muss darauf reagieren, und mit Blick auf derlei furchtbare Fälle einheitliche Versorgungsgesetze für die Polizeien des Bundes und der Länder schaffen.“
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) ist die größte Interessenvertretung der Polizeibeschäftigten Deutschlands. Sie engagiert sich für ihre bundesweit über 210.000 Mitglieder, für die Zukunftsfähigkeit der Polizei sowie auf dem Gebiet der Sicherheits- und Gesellschaftspolitik.
PM Gewerkschaft der Polizei (GdP)