Mit einer groß angelegten Kunstaktion auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor feiert Greenpeace heute das unmittelbar bevorstehende Inkrafttreten des historischen UN-Hochseeschutzabkommens. Aktivist:innen haben ein 5 x 8 Meter großes 3D-Bodenbanner ausgelegt, welches den Platz in eine farbenreiche Unterwasserwelt verwandelt, begleitet von Meeresgeräuschen. Das Abkommen tritt am 17. Januar 2026 weltweit in Kraft.
„Das Hochseeschutzabkommen ist ein Durchbruch für den globalen Meeresschutz. Erstmals gibt es ein globales und verbindliches Regelwerk für die Hohe See, die fast die Hälfte unseres Planeten bedeckt und bislang weitgehend schutzlos war. Dieses Abkommen gibt den Ozeanen eine Stimme – jetzt muss Deutschland seiner Verantwortung gerecht werden und es zügig ratifizieren“, sagt Franziska Saalmann, Meeresbiologin von Greenpeace.
Ohne Ratifizierung kein Platz am Verhandlungstisch
Das UN-Hochseeschutzabkommen ermöglicht unter anderem die Ausweisung wirksamer Meeresschutzgebiete in internationalen Gewässern und setzt Grenzen für zerstörerische Nutzungen wie industrielle Fischerei oder Rohstoffabbau. Bis 2030 müssen nun 30 Prozent der Hohen See unter Schutz gestellt werden – das sogenannte 30×30 Ziel. Greenpeace hat weltweit den Schutz der Hochsee über Jahrzehnte mit Kampagnen, wissenschaftlichen Recherchen und Aktionen vorangetrieben und maßgeblich dazu beigetragen, diese Aufgabe politisch voranzubringen. Während das Abkommen nun weltweit in Kraft tritt, steht die Ratifizierung durch Deutschland noch aus. Die notwendigen Gesetzesentwürfe wurden im Dezember ins Kabinett eingebracht und sollen ab dem 15. Januar 2026 im Bundestag beraten werden. Greenpeace fordert die Bundesregierung auf, den Prozess zügig abzuschließen und sich aktiv an der Umsetzung des Abkommens zu beteiligen. Die erste Vertragsstaatenkonferenz könnte schon im August 2026 stattfinden – ohne Ratifizierung hat Deutschland dort keinen Platz am Tisch. Inzwischen haben bereits 81 Länder ratifiziert.
„Das Hochseeschutzabkommen allein reicht allerdings nicht aus, um unsere Meere zu retten. Deutschland muss sich darüber hinaus klar für ein Moratorium für Tiefseebergbau einsetzen und darf eigene Vorhaben für diese zerstörerische Industrie nicht mehr vorantreiben. Auch die nationalen Meeresgebiete vor unserer Haustür müssen besser geschützt werden. Nur dann kann echter, ganzheitlicher Meeresschutz greifen”, sagt Saalmann.
PM Greenpeace Deutschland e.V.