Letzte Woche sind mit den Eckpunkten zum Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) und dem ersten Arbeitsentwurf zum Erneuerbare Energie-Gesetz (EEG) 2027 zwei wichtige politische Meilensteine für die Bioenergie in Deutschland bekannt geworden. Die Bioenergieverbände im HBB haben diese heute in einer Pressekonferenz eingeordnet:
„Die Grüngasquote kann bei richtiger Ausgestaltung ein wichtiges und effizientes Instrument für für den Markthochlauf grüner Moleküle und einen Klimaschutzbeitrag des bestehenden Heizungsbestandes sein“, konstatiert Sandra Rostek, Leiterin des HBB. Das HBB bemängelt die Streichung der 65%-Erneuerbaren-Vorgabe beim Einbau neuer Heizungen, sieht aber positiv, dass mit der „Bio-Treppe“ auch bei neuen Gasheizungen Klimaschutzanforderungen gelten sollen. Sandra Rostek betont: „Wir verfügen über ausreichend nachhaltig verfügbare Potenziale in Deutschland, um kurz- mittel und langfristig Biogas, Biomethan und Holz für die Wärmewende und zur Stabilisierung des Stromsystems zu bezahlbaren Preisen zu liefern.“
Um dieses Potenzial zu heben, bedarf es aber einer konsequenten Politik der Ermöglichung von Biomethan. „Wir sind davon überzeugt, dass es mit den richtigen Rahmenbedingungen genug grünes Gas geben wird und für die Verbraucher bezahlbar bleibt. Die Branche steht bereit: Alleine acht große Biomethanproduzenten wollen in den kommenden fünf Jahren über 1,5 Mrd. Euro investieren“, sagt Stefan Jost, CO-CEO der DAH-Gruppe, einem der führenden Biomethanproduzenten. Zugleich mahnt er passende Rahmenbedingungen an: „Biomethan wird in der aktuell geplanten Gesetzgebung eher verhindert als gefördert. Insbesondere der Zugang zum Gasnetz ist nicht gesichert. Hier muss dringend umgesteuert werden.“
Auch in gasnetzfernen Gebieten muss die Wärmewende weiterhin ankommen. Hierfür sehen die Verbände in den Eckpunkten zu wenig Anreize: „Holz ist die mit großem Abstand wichtigste Erneuerbare Energie im Wärmesektor und Wärmenetze mit Biomasse ein tragender Pfeiler der Wärmewende“, führt Sebastian Henghuber, Vorstand im Bundesverband Bioenergie, aus. „Durch den geplanten Wegfall der Vorgabe von einem 65-prozentigen Erneuerbaren-Anteil gerät der Anschluss an Nahwärmenetze ins Hintertreffen. Umso mehr kommt es nun darauf an, die Förderkulisse für den Heizungstausch und den Ausbau der Wärmenetz attraktiv zu gestalten.“
„Holz ist die mit großem Abstand wichtigste Erneuerbare Energie im Wärmesektor und Wärmenetze mit Biomasse ein tragender Pfeiler der Wärmewende“, führt Sebastian Henghuber, Vorstand im Bundesverband Bioenergie, aus. „Durch den geplanten Wegfall der Vorgabe von einem 65-prozentigen Erneuerbaren-Anteil gerät der Anschluss an Nahwärmenetze ins Hintertreffen. Umso mehr kommt es nun darauf an, die Förderkulisse für den Heizungstausch und den Ausbau der Wärmenetz attraktiv zu gestalten Umso mehr kommt es nun darauf an, die Förderkulisse für den Heizungstausch und den Ausbau der Wärmenetz attraktiv zu gestalten, sodass erneuerbare Heizoptionen klar gegenüber fossil betriebenen Heizungen präferiert werden.“
Auch für den Stromsektor sind mit dem EEG-Arbeitsentwurf wichtige Weichenstellungen vorgesehen. Der Entwurf ist aus Sicht der Bioenergieverbände allerdings enttäuschend: „Die Ausschreibungsvolumina sind deutlich anzuheben, damit Biogas künftig in der Dunkelflaute die schwankende Erzeugung aus PV und Wind ausgleichen kann“, fordert Thomas Karle, Präsident im Fachverband Biogas. „Die Anlagenbetreiber benötigen eine praxisnahe Perspektive. Um das volle Potenzial zu entfesseln, so wie es sich die Koalition vorgenommen hat, muss der Entwurf dringend umfassend nachgebessert werden. Dies ist nicht zuletzt angesichts der jüngsten weltpolitischen Ereignisse und deren Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit dringend geboten“, schließt der Verbandspräsident.
Über die Bioenergieverbände
Im „Hauptstadtbüro Bioenergie“ bündeln vier Verbände ihre Kompetenzen und Ressourcen im Bereich Energiepolitik: der Bundesverband Bioenergie e.V. (BBE), der Deutsche Bauernverband e.V. (DBV), der Fachverband Biogas e.V. (FvB) und der Fachverband Holzenergie (FVH). Gemeinsam bilden sie die gesamte Bioenergiebranche ab von Land- und Forstwirten, Anlagen- und Maschinenbauern, Energieversorgern bis hin zu Betreibern und Planern. Das Hauptstadtbüro Bioenergie verleiht den vielen unterschiedlichen Akteuren und verschiedenen Technologien der Bioenergiewirtschaft eine gemeinsame starke Stimme gegenüber der Politik. Insbesondere in den Sektoren Strom und Wärme setzt es sich technologieübergreifend für die energiepolitischen Belange seiner Trägerverbände ein. Im Kontakt mit politischen Entscheidungsträgern kann das Hauptstadtbüro Bioenergie auf ein breites Unterstützernetzwerk zurückgreifen und kooperiert insbesondere mit dem Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE)
www.hauptstadtbuero-bioenergie.de
PM Fachverband BIOGAS e.V.