Janine Wissler, stellvertretende Vorsitzende der Fraktion Die Linke im Bundestag, zum Armuts- und Reichtumsbericht:
„Der neue Armuts- und Reichtumsbericht zeigt klar, was viele längst spüren: Die Preisexplosion der letzten Jahre hat vor allem die Menschen getroffen, die ohnehin schon jeden Euro zweimal umdrehen müssen. Wenn Menschen in Haushalten mit weniger als 1.330 Euro im Monat sich sogar beim Essen oder Heizen einschränken, läuft etwas grundlegend schief. Während oben Vermögen ungehemmt weiterwachsen, fehlt unten das Geld für das Nötigste. Was der Bericht ausklammert: die extreme Vermögensungleichheit, die diese Kluft zwischen Arm und Reich immer weiter vergrößert. Statt Menschen im Bürgergeld auch noch die wenigen Euro fürs tägliche Leben zu missgönnen, braucht es endlich höhere Löhne, bezahlbare Energie und eine Grundsicherung, von der man auch wirklich leben kann. Der Bericht zeigt außerdem, dass viele Menschen Leistungen, die ihnen zustehen, gar nicht erst bekommen, weil Bürokratie, Scham oder Informationslücken sie davon abhalten. Und er macht deutlich, dass die hohe Wohnkostenbelastung Menschen mit niedrigen Einkommen überproportional trifft. Diese Probleme verschwinden nicht, wenn man sie kleinredet. Armut bekämpft man nicht mit Kürzungen, sondern mit sozialer Sicherheit. Wer die Spaltung der Gesellschaft wirklich angehen will, muss große Vermögen stärker besteuern, Mieten bremsen und den Sozialstaat so aufstellen, dass er die Menschen erreicht – ohne unnötige Hürden und Schikanen.“
PM Fraktion Die Linke im Bundestag