Julia-Christina Stange, Sprecherin für ambulante Versorgung der Fraktion Die Linke im Bundestag, zur Debatte um die Abschaffung telefonischer Krankschreibungen:
„Die Debatte um die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung zeigt, was Kanzler Merz und seine Regierung am liebsten tun: Mit Kanonen auf Spatzen schießen. Wie schon in der unsäglichen Debatte um die sogenannten Totalverweigerer beim Bürgergeld werden auch hier Einzelfälle wider besseres Wissen zum Generalverdacht aufgebauscht. Hausärzte und Krankenkassen betonen, dass die Telefon-AU nicht zu mehr Krankschreibungen führt. Erkrankte Beschäftigte, gerade in ländlichen Regionen mit wenigen Arztpraxen, oder diejenigen mit eingeschränkter Mobilität, wieder in den Praxen vorsprechen zu lassen, verschärft bestehende Missstände und belastet die Hausarztpraxen – erst recht jetzt in der Erkältungszeit. Statt die Phantomdebatten der Arbeitgeberverbände weiter zu befeuern, muss die Regierung die realen Probleme im Gesundheitswesen angehen. Dazu gehört, dafür zu sorgen, dass gesetzlich versicherter Patient:innen überhaupt zeitnah verfügbare Arzttermine erhalten können – ohne auf privaten Terminplattformen wie Doctolib Bezahltermine angeboten zu bekommen. Um die offensichtliche Bevorzugung von Privatversicherten gegenüber Kassenpatient:innen bei der Terminvergabe zu beenden, sollte der Versicherungsstatus bei der Terminvermittlung grundsätzlich nicht mehr abgefragt werden dürfen.“
PM Fraktion Die Linke im Bundestag