Starke Gewerkschaften, mehr Gleichstellung, bessere Arbeit – IG Metall zum Internationalen Frauentag

  • Mehr Tarifbindung bedeutet weniger Entgeltlücke
  • Gewerkschaft will Frauen in Betriebsräten fördern, ruft zur Betriebsratswahl auf
  • Benner: „Frauen arbeiten mehr als Männer und verdienen weniger – da stimmt was nicht!”

 

Nicht einmal die Hälfte der Frauen in Deutschland können sich mit ihrem Einkommen langfristig absichern. Während 73 Prozent der Männer über ein existenzsicherndes Bruttoeinkommen verfügen, sind es bei Frauen nur 47 Prozent. Diese Zahlen des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung verdeutlichen den Stand der Gleichstellung in Deutschland aktuell schmerzlich.

Christiane Benner, Erste Vorsitzende der IG Metall, fordert einen entschiedeneren Angang: „Frauen arbeiten mit Blick auf Sorgearbeit deutlich mehr als Männer, verdienen aber deutlich weniger. Frauen haben ein höheres Risiko für Altersarmut, gerade wenn sie durch Kinder einen Karriereknick erfahren. Sie sind aber trotzdem diejenigen, die Angehörige pflegen und Kinder großziehen. Da stimmt etwas nicht, da muss etwas passieren. Bessere Betreuungs- und Pflegestrukturen sind dringend notwendig, können aber nur der Anfang sein.”

Ein Mittel gegen die Entgeltlücke: Tarifverträge

Es gibt Wege, gegen die Entgeltlücke zu arbeiten: In tarifgebundenen Unternehmen der Metall‑ und Elektroindustrie beträgt die Entgeltlücke aktuell 9 Prozent, wie eine Sonderauswertung des Statistischen Bundesamts zeigt. Während das aus Sicht der Gewerkschaft immer noch zu groß ist, liegt sie in nicht tarifgebundenen Betrieben mit 18 Prozent doppelt so hoch. Das bedeutet, Frauen mit einem Tarifvertrag in der Metall- und Elektroindustrie verdienen über elf Euro mehr pro Stunde als Frauen ohne einen solchen. Pro Monat kann dies eine vierstellige Summe ausmachen. Tarifverträge sind essenziell. Sie schützen vor potenzieller Altersarmut und ermöglichen wirtschaftliche Eigenständigkeit von Frauen.

Arbeitszeitdebatte: Auch angesichts der Teilzeitfalle völlig widersinnig

Viel zu viele Frauen arbeiten aktuell weniger als sie gerne wollen, während die Politik darüber diskutiert, ob sich der Standort die hohe Teilzeitquote leisten kann. Die Position der IG Metall ist deutlich: Teilzeit ist kein Lifestyle, sondern Lebensrealität – und oft Ausdruck fehlender öffentlicher Infrastruktur. Viele Frauen würden gern mehr arbeiten, wenn die Bedingungen stimmen würden: verfügbare und bezahlbare Kita‑Plätze, verlässliche Pflege, faire Arbeitgeber.

Die Debatte darüber, die Arbeitszeit zu entgrenzen, muss ein Ende haben: Die tägliche Höchstarbeitszeit ist Schutz für Gesundheit und Gleichstellung. Denn Überlastung ist nicht geschlechtsneutral. Schon jetzt übernehmen Frauen anderthalbmal so viele Stunden an Sorgearbeit wie Männer. Eine reine Wochenarbeitszeit würde die Belastung zusätzlich erhöhen, gerade in Berufen, die ohnehin körperlich viel abfordern. Für die IG Metall ist klar: Das wäre keine Modernisierung, sondern Rückschritt und würde zur Verfestigung von alten Rollenbildern führen.

Mitbestimmung stärken

In mitbestimmten Unternehmen sind die Möglichkeiten, strukturellen Ungleichheiten entgegenzutreten, deutlich besser: Schichtpläne, die Vereinbarkeit möglich machen, transparente Entgeltsysteme, Betriebsrätinnen und Betriebsräte, die das Thema Gleichstellung immer wieder beim Arbeitgeber vorbringen und so die Bedingungen stetig und für alle verbessern.

Gewerkschaftschefin Benner äußert Anerkennung: “Ohne Betriebsräte wären viele Eltern in der Betreuungskrise der letzten Jahre endgültig am Limit angekommen. Ein Betriebsrat wird stärker, wenn er die Realität abbildet – jung, erfahren, vielfältig und selbstverständlich auch weiblich. Damit Betriebsräte stark bleiben: Jetzt bei den Betriebsratswahlen das Team IG Metall wählen!”.

PM IG Metall

 

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