„Die aktuellen Zahlen des Bundeskriminalamtes offenbaren ein unfassbares Maß an Frauenfeindlichkeit innerhalb unserer Gesellschaft. Dies ist ein Skandal, den wir nicht länger hinnehmen! Wir Lehrkräfte, vor allem wir Frauen, kämpfen für Null-Toleranz gegenüber geschlechtsspezifischer Gewalt und den Schutz, den wir verdienen!“ – so Tanja Küsgens, Bundessprecherin der Frauen im VBE, zum Weltfrauentag am 8. März 2026. Anlässlich dieses Tages ruft der Verband Bildung und Erziehung (VBE) zu entschlossenem Handeln gegen Gewalt auf, die Frauen in Deutschland deutlich häufiger trifft als Männer. Besonders in Schulen, wo je nach Schulform bis zu gut 90 Prozent der Lehrkräfte weiblich sind, bedeutet Gewalt gegen Lehrkräfte auch fast immer Gewalt gegen Frauen.
Aktuelle Daten der vom VBE beauftragten repräsentativen forsa-Umfrage zum Thema Gewalt gegen Lehrkräfte unterstreichen die Dringlichkeit. Die Ergebnisse von Oktober 2024 zeigten, dass Fälle von Gewalt gegen Lehrkräfte, nach einem sprunghaften Anstieg zwischen 2018 und 2020, seither auf einem hohen Niveau stagnieren.
Gewalt gegen Frauen: Alarmierende Statistiken
Frauen sind in Deutschland generell deutlich öfter Opfer von Gewalt an als Männer: Laut Bundeskriminalamt sind stündlich über 14 Frauen häuslicher Gewalt ausgesetzt, während antifeministische Angriffe 2024 mehr als zehn pro Woche umfassten – von Bedrohungen bis hin zu physischen Übergriffen. Diese Zahlen spiegeln eine gesellschaftliche Realität wider, in der Frauen systematisch stärker gefährdet sind als Männer. Insbesondere Frauen, die offen für die Gleichberechtigung eintreten, werden für ihr Engagement häufig, insbesondere im digitalen Raum, systematisch mundtot gemacht.
Forderungen des VBE
Der VBE verlangt eine Null-Toleranz-Politik gegenüber geschlechterspezifischer Gewalt und eine konsequente Strafverfolgung. Für Lehrkräfte muss Gewaltprävention in Studium, Referendariat und Fortbildung verankert werden. Zudem ist es längst überfällig, einen flächendeckenden Einsatz von multiprofessionellen Teams in Schulen zu etablieren.
„Lehrerinnen verdienen Schutz – nicht Resignation. Schulen sollten Orte von Respekt und Gleichberechtigung sein und damit als Vorbild in unsere Gesellschaft wirken. Dafür brauchen wir die komplette Bandbreite der politischen Unterstützung“, fordert VBE Bundesvorsitzender Tomi Neckov.
Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) vertritt als parteipolitisch unabhängige Bildungsgewerkschaft die Interessen von ca. 164.000 Pädagoginnen und Pädagogen – aus dem frühkindlichen Bereich, der Primarstufe, den Sekundarstufen I und II und dem Bereich der Lehrkräftebildung – in allen Bundesländern. Der VBE ist eine der beiden großen Bildungsgewerkschaften in Deutschland und mitgliederstärkste Fachgewerkschaft im dbb beamtenbund und tarifunion.
PM Verband Bildung und Erziehung (VBE)