In immer kürzerer Taktung nehmen die Angriffe der Politik auf hart erkämpfte Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmerrechte, wie den 8-Stunden-Tag, das Recht auf Teilzeit oder auch auf Sozialleistungen in Rente und Krankenversicherung zu. „Die Union trifft damit Frauen ganz besonders, da Angriffe auf Arbeitszeitregelungen, Rechte auf Sozialleistungen sowie die Möglichkeiten der Vereinbarkeit von Beruf und familiären Verpflichtungen ihre Chancen und Verdienstmöglichkeiten schmälern oder sie gar aus dem Berufsleben drängen. Diese Debatte muss endlich aufhören,“ mahnt Silke Zimmer, Mitglied des Bundesvorstands der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di).
Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März 2026 fordert die bei ver.di für Gleichstellung von Frauen und Männern zuständige Spitzengewerkschafterin Union und Bundesregierung auf, stattdessen endlich die Bedingungen für sichere Arbeitsplätze und faire Arbeitsbedingungen zu verbessern. „Das Tariftreuegesetz war ein erster richtiger Schritt. Es müssen aber weitere folgen, damit echte Lohngerechtigkeit, ein Aufbau von öffentlichen und privatwirtschaftlichen Strukturen für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Menschen mit Sorgeverantwortung sowie ein Arbeitsumfeld frei von Sexismus, Diskriminierung und Hass geschaffen werden kann,“ fordert Zimmer. Die Rechte von Gleichstellungsbeauftragten müssten daher ebenso gestärkt werden, wie die betriebliche Mitbestimmung und Tarifautonomie, so Zimmer.
Betriebsräte könnten systematisch gegen Ungleichheit vorgehen, denn sie entschieden mit über Arbeitszeit, Überstunden, Weiterbildungen, Einstellungen und die Gestaltung von Arbeitsplätzen, so Zimmer. „Die betriebliche Mitbestimmung ist ein entscheidender Hebel, um die Interessen von Beschäftigten – insbesondere auch von Frauen – zu schützen oder auch durchzusetzen. Betriebe mit Betriebsräten bieten häufiger flexible Arbeitszeiten für Eltern, bessere Aufstiegschancen für Frauen und zahlen höhere Löhne. Betriebsratsstrukturen machen den Unterschied – besonders für Beschäftigte, die Beruf und Familie vereinbaren müssen,“ betont Zimmer.
ver.di kämpft bei den von März bis Mai 2026 bundesweit anstehenden Betriebsratswahlen für starke Betriebsräte, mit vielen Frauen in der Interessenvertretung und ein starkes Engagement für Gleichstellung und gegen Diskriminierung im Betrieb.