Der Wechsel des Strom- oder Gasanbieters ist für Verbraucher:innen einfacher als viele denken. Dennoch bestehen häufig Unsicherheiten rund um Ablauf, Kündigung und Versorgungssicherheit. Die Verbraucherzentrale klärt auf, wie der Anbieterwechsel funktioniert und worauf Haushalte achten sollten.
Am Anfang des Anbieterwechsels ist es wichtig, die Vertragsdaten des alten Tarifs zu kennen: Arbeits- und Grundpreis, Laufzeit und Kündigungsfristen. Nur so können Verbraucher:innen ihren neuen Tarif gezielt vergleichen und auswählen.
Wechselprozess: Einfach und weitgehend automatisiert
Der Anbieterwechsel erfolgt in mehreren klar geregelten Schritten. Zunächst wählen Verbraucher:innen einen neuen Tarif aus und schließen einen Vertrag mit dem neuen Anbieter ab. Für den Wechsel benötigt der Anbieter grundlegende Daten wie Name, Adresse sowie die sogenannte Marktlokations-ID (MaLo-ID), die auf der Stromrechnung zu finden ist. In den meisten Fällen übernimmt der neue Anbieter die Kündigung des bisherigen Vertrags, wenn Verbraucher:innen dies entsprechend beauftragen.
Vorsicht bei Fristen und Sonderkündigungen
Besondere Aufmerksamkeit ist bei Kündigungsfristen geboten. Läuft ein Vertrag noch länger oder steht eine Frist kurz bevor, sollten Verbraucher:innen selbst kündigen. Auch bei Preiserhöhungen gilt: Das Sonderkündigungsrecht muss aktiv genutzt werden. In solchen Fällen empfiehlt die Verbraucherzentrale, die Kündigung nicht dem neuen Anbieter zu überlassen.
Versorgung bleibt jederzeit gesichert
Manche Verbraucher:innen sorgen sich, dass die Energieversorgung unterbrochen wird, wenn beim Anbieterwechsel etwas schiefläuft. Diese Sorge ist aber unbegründet: In Deutschland ist gesetzlich sichergestellt, dass Verbraucher:innen jederzeit mit Strom oder Gas versorgt werden. Sollte es beim Wechsel zu Verzögerungen kommen, springt automatisch der örtliche Grundversorger ein.
Was ist beim Wechsel noch wichtig?
- Preisgarantie beachten: Beim Tarifvergleich sollten Verbraucher:innen auf eine Preisgarantie achten, die mindestens so lange gilt wie die Vertragslaufzeit. So sind sie während der gesamten Vertragsdauer vor Preiserhöhungen geschützt.
- Vorkasse vermeiden: Verträge mit Vorkasse bergen ein höheres Risiko und sind für viele Verbraucher:innen unpraktisch. Es empfiehlt sich, nur Tarife zu wählen, bei denen die Abrechnung nach Verbrauch erfolgt.
- Vertragsdetails sorgfältig prüfen: Nach Abschluss des neuen Vertrags erhalten Kund:innen eine Bestätigung mit Lieferbeginn. Diese sollte genau mit den zuvor beworbenen Konditionen abgeglichen werden. Stimmen Preise oder Bonusbedingungen nicht überein, ist eine sofortige Klärung ratsam. Solange das 14-tägige Widerrufsrecht noch nicht abgelaufen ist, können Verbraucher:innen auch vom Vertrag zurücktreten.
Die Energieberatung der Verbraucherzentrale hilft beim Anbieterwechsel und bei allen Fragen des Energiesparens. Mehr Informationen gibt es auf www.verbraucherzentrale-energieberatung.de oder unter unserer bundesweit kostenfreien Hotline 0800 – 809 802 400. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.
PM Verbraucherzentrale Baden-Württemberg e. V.