Lizzy Schubert zum Schuldenreport 2026

Lizzy Schubert, Sprecher:in für Geld- und Finanzmarktpolitik, zum Schuldenreport 2026 von Erlassjahr.de und Misereor:

„Über die strukturelle Schuldenkrise im Globalen Süden wird trotz der massiven Auswirkungen viel zu wenig gesprochen. Teilweise geben hochverschuldete Staaten mehr Haushaltsmittel für den Schuldendienst aus, als sie Gelder aus der Entwicklungszusammenarbeit erhalten. Das ist absurd. Insgesamt fließen mehr Zinsen und Kreditrückzahlungen aus dem Globalen Süden in den Norden als Entwicklungsgelder von den reichen Industriestaaten in die armen ehemaligen Kolonialländer. Dieser Zustand ist ein stiller Ausbeutungsskandal. Statt aber für mehr globale Gerechtigkeit und weltweite Umverteilung zu sorgen, geht die Merz-Regierung in die entgegengesetzte Richtung: die neue Strategie des Bundesentwicklungsministeriums mit historischen Kürzungen und mehr sogenannten Entwicklungskrediten wird Abhängigkeiten und Verschuldung weiter anheizen. Die Linke im Bundestag fordert: Die Bundesregierung muss bei UN, G7, IWF und Weltbank ihre Blockade für faire Schuldenregeln endlich aufgeben. Es braucht dringend eine Einbindung privater Gläubiger. Banken und Investmentfonds müssen zu Schuldenerlassen verpflichtet werden, anstatt die Lasten nur auf staatliche Akteure abzuwälzen.“

PM Fraktion Die Linke im Bundestag

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