In der Tarifrunde für die bundesweit rund 60.000 Tarifbeschäftigten bei der Deutschen Telekom haben die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und die Arbeitgeber in der vierten Verhandlungsrunde in Frankfurt/Main ein Tarifergebnis erzielt, das deutliche Entgeltsteigerungen, eine Verlängerung des Kündigungsschutzes und erstmalig einen Mitgliederbonus enthält. „Mehr Geld, mehr Schutz, mehr Anerkennung, mehr Solidarität – das ist ein Vierklang, mit dem wir zentrale Ziele in dieser Tarifrunde erreichen konnten“, sagte ver.di-Verhandlungsführer Frank Sauerland. „Ohne die starke Beteiligung der Beschäftigten an den Warnstreiks, Kundgebungen und Aktionen wäre das so nicht möglich gewesen.“
„Die Verlängerung und Ausweitung (auf weitere Gesellschaften) des Schutzes vor betriebsbedingten Kündigungen bis Ende 2028 bietet in Zeiten der digitalen Transformation mehr Sicherheit für die Beschäftigten; das war uns wichtig“, so Sauerland weiter. „Daneben konnten wir eine solide Entgeltsteigerung vereinbaren, bei der die Einkommen in drei Stufen dauerhaft erhöht werden.“ Im Ecklohn mit rund 55.000 Euro jährlich bedeute dies beispielsweise eine Erhöhung um 8,5 Prozent. In Einkommensgruppen, die darunter liegen, wirke die vereinbarte Erhöhung noch stärker, in darüber liegenden Einkommen allerdings etwas schwächer.
„Mehr Solidarität wird durch das Zusammenwachsen bisher gespaltener Tarifbereiche erreicht“, so Sauerland weiter. Die Telekom-Gesellschaften PVG und DT SE würden nicht nur in das Ergebnis integriert, sondern es würden auch die unterschiedlichen Laufzeiten angepasst. „Endlich wächst wieder zusammen, was zusammengehört.“
„Der zentrale Meilenstein ist die erstmalige Umsetzung eines exklusiven Mitgliederbonus für ver.di-Mitglieder“, so Sauerland. „Das ist ein überfälliges Zeichen der Anerkennung für Beschäftigte, die sich engagieren und so die innerbetriebliche Demokratie sowie den kollegialen Zusammenhalt stärken.“
Im Einzelnen sieht das Tarifergebnis unter anderem folgende Regelungen vor: Zum 1. August 2026 wird das zusätzliche Monatsentgelt für alle Tarifbeschäftigte (Teilzeitkräfte anteilig) von derzeit 190 Euro um 150 Euro auf dann 340 Euro erhöht. Zum 1. Juli 2027 erfolgt eine weitere Erhöhung um 140 Euro auf 480 Euro. Zum 1. Juni 2028 gibt es eine Steigerung der Tabellenentgelte in Höhe von 2,4 Prozent. Die Vergütungen für die Auszubildenden und dual Studierenden werden ebenfalls in drei Schritten zu denselben Zeitpunkten erhöht, und zwar im ersten Schritt um 4,1 Prozent, im zweiten Schritt um 3,3 Prozent und im dritten Schritt um 2,4 Prozent. Damit ergeben sich für Auszubildende monatliche Erhöhungen von 132 bis 148 Euro, und für dual Studierende von 148 bis 165 Euro.
Betriebsbedingte Kündigungen werden für die gesamte Laufzeit des Tarifvertrags (33 Monate bis 31. Dezember 2028) ausgeschlossen. Der Kündigungsschutz gilt auch für die Telekom-Unternehmen DT SE und PVG, deren Tarifvertragslaufzeiten mit denen des Gesamtkonzerns harmonisiert werden und die in künftigen Tarifrunden gleichziehen. Zudem gibt es eine deutliche Erhöhung der Vergütungen für Rufbereitschaft und Herbeirufen. Daneben wurde die Verlängerung der Ende 2026 auslaufenden Arbeitgeberzuschüsse für vorhandene Lebensarbeitszeitkonten in Höhe von 350 Euro vereinbart.
Tarifbeschäftigte, die zum Stichtag 28. Mai 2026 ver.di-Mitglied sind, erhalten in diesem Jahr einen einmaligen Mitgliederbonus in Höhe von 440 Euro; sind sie Ende 2028 weiter ver.di-Mitglieder, erhalten sie einen weiteren Bonus in Höhe von 220 Euro. Auszubildende und dual Studierende, die ver.di-Mitglied sind, erhalten in einen Mitgliederbonus in Höhe 240 Euro.
ver.di wird nun bis Mitte Juni eine Mitgliederbefragung zum Tarifergebnis durchführen. Die ver.di-Tarifkommission hat dem Tarifergebnis einstimmig zugestimmt und empfiehlt den Mitgliedern die Annahme des Tarifergebnisses. Auf ihrer Sitzung am 19. Juni 2026 wird die ver.di-Tarifkommission mit Blick auf die Befragung final über das Tarifergebnis entscheiden.