Bei der am Montag (27. April 2026) angesetzten zweiten Verhandlungsrunde in der Tarifrunde Deutsche Telekom in Siegburg erwartet die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ein verhandlungsfähiges Angebot von der Arbeitgeberseite. In der ersten Verhandlungsrunde am 13. April 2026 hatte die Arbeitgeberseite die Forderungen der ver.di-Tarifkommission entgegengenommen, allerdings kein Angebot vorgelegt. Nach Ansicht der Arbeitgeberseite habe der Konzern zwar gute Geschäftsergebnisse, stehe aber insbesondere in Deutschland unter wachsendem Wettbewerbs- und Effizienzdruck, bei weiterhin hoher Kostenbasis. Dies und die gleichzeitig notwendigen Investitionen in die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens wie zum Beispiel in den Glasfaserausbau müsse in den Verhandlungen berücksichtigt werden.
„Angesichts der ersten sehr schmalen Rückmeldung der Arbeitgeberseite zu unseren sehr ausführlich begründeten Forderungen in der ersten Verhandlungsrunde erwarten wir nun ein Angebot in den Tarifverhandlungen“, sagte ver.di-Verhandlungsführer Frank Sauerland. „Es kann nicht sein, dass der Konzern Jahr für Jahr Rekordumsätze, Rekordergebnisse und Rekorddividenden für Aktionäre realisiert, bei den Bedürfnissen der Beschäftigten aber schmallippig bleibt und auf die uns bekannten Herausforderungen des Konzerns verweist.“
Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) fordert in der diesjährigen Tarifrunde Deutsche Telekom für bundesweit rund 60.000 Tarifbeschäftigte eine Entgeltsteigerung in Höhe von 6,6 Prozent, bei einer Laufzeit des Tarifvertrags von zwölf Monaten. Zusätzlich fordert ver.di die Einführung eines ver.di-Mitgliederbonus in Höhe von 660 Euro im Jahr. Die Ausbildungsvergütungen sowie die Entgelte der dual Studierenden sollen um monatlich 120 Euro erhöht werden. Für diese fordert ver.di einen zusätzlichen Mitgliederbonus in Höhe von 240 Euro im Jahr.
Der Telekom-Konzern in Deutschland besteht aus insgesamt 20 verschiedenen tarifgebundenen Konzernunternehmen, in denen jeweils eigenständige Tarifverträge gelten. Ein Großteil der Entgelttarifverträge hat eine Laufzeit bis zum 31. März 2026. ver.di und Deutsche Telekom AG haben im Vorfeld der Tarifrunde eine Vereinbarung über gemeinsame Verhandlungen für diese Gesellschaften geschlossen.