Unzureichende Finanzierung und hohe Hürden beim Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“

Zum Beschluss des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages für die Projektauswahl im Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ (SKS) erklären Lisa Paus, Mitglied im Haushaltsausschuss, und Ophelia Nick, Mitglied im Ausschuss für Sport und Ehrenamt:

Für die ausgewählten Kommunen ist das eine gute Nachricht. Jede sanierte Halle und jedes gerettete Bad stärken den Sport und Zusammenhalt vor Ort. Der enorme Andrang auf das Förderprogramm zeigt aber vor allem den dramatischen Sanierungsstau. Rund 7,5 Milliarden Euro Bedarf stehen 333 Millionen Euro Fördermitteln gegenüber. Das ist nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein.

Das Förderprogramm SKS ist ein richtiger Ansatz, aber keine Antwort auf das strukturelle Problem. Die KfW beziffert den Investitionsstau der kommunalen Sportinfrastruktur auf rund 12 Milliarden Euro. Deutschland braucht endlich eine verlässliche, dauerhaft angelegte Sportstättenförderung.

Hinzu kommt: Auch für die Zukunft bleibt unklar, wie es nach 2027 mit dem Förderprogramm weitergehen soll. Zugleich geht das Programm in der aktuellen Ausgestaltung an vielen Kommunen vorbei: Hohe Eigenanteile, eine Mindestfördersumme von 250.000 Euro und kurze Antragsfristen sind für viele kleinere Kommunen nicht zu stemmen, obwohl dort der Bedarf am größten ist.  Unverständlich ist außerdem, dass Sportvereine selbst nicht antragsberechtigt sind. Der Bund muss hier nachdrehen und gemeinsam mit Ländern und Kommunen dafür sorgen, dass nicht nur einzelne Projekte profitieren, sondern die Sportinfrastruktur flächendeckend gestärkt wird.

PM Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Deutschen Bundestag

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