ver.di-Vorsitzender Frank Werneke warnt vor Gedankenspielen zur Rentenkürzung: „Das wäre programmierte Altersarmut“

Der Vorsitzende der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft, Frank Werneke, hat vor Gedankenspielen zu möglichen Rentenkürzungen klar gewarnt: „Sollten die Presseveröffentlichungen zu Vorschlägen aus der Rentenkommission der Bundesregierung zutreffen, dann wäre das alarmierend – sie wären insbesondere eine Bedrohung für die Generation von Erwerbstätigen, die heute in der Mitte ihres Arbeitsleben stehen“, erklärte der Gewerkschafter.

„Eine Erhöhung des Renteneintrittsalter auf 70 Jahre wäre eine Zumutung und würde faktisch zu einer zusätzlichen Rentenkürzung führen, gerade für die vielen Menschen in fordernden Berufen, im Gesundheitswesen, im Handel und in der Logistik, in der Ver- und Entsorgung und vielen weiteren Bereichen.“ Ein so hohes Eintrittsalter sei für die meisten Arbeitnehmenden gar nicht gesund erreichbar, sagte Werneke. „Sie müssten mit Abschlägen früher in Rente.“

Werneke betonte, die Renten in Deutschland seien – auch im internationalen Vergleich –bereits heute erschreckend niedrig. „Kommt es zu einer Absenkung des Rentenniveaus auf 46 Prozent, ermöglicht das für die allermeisten Menschen in der Rente kein Leben in Würde – sondern führt zu programmierter Altersarmut.“

Werneke: „Private Vorsorge kann das nicht ausgleichen, schon gar nicht für Menschen mit niedrigen Löhnen – weil sie es schlicht nicht bezahlen können.“

„Wir brauchen eine Stabilisierung der gesetzlichen Rente“, führte der Gewerkschaftschef aus. „Die Rente muss ein Armutsrisiko im Alter sicher abwenden. Dazu ist aber eine aktive Wirtschaftspolitik nötig, die Arbeitsplätze sichert und mehr Menschen in gute Jobs mit fairen Löhnen bringt.“

Der Bund müsse die Rentenkasse endlich von den vielen Milliarden versicherungsfremder Leistungen entlasten, etwa bei Kindererziehung- und Ausbildungszeiten, und dafür seine eigenen Einnahmen erhöhen, forderte Werneke. „Und wir brauchen eine zusätzliche Versorgung mit Betriebsrenten für alle, an der sich die Arbeitgeber beteiligen.“ Er sei froh, sagte der ver.di-Vorsitzende, dass die DGB-Gewerkschaften eine eigene Rentenkommission gegründet hätten, die an sozial gerechten, nachhaltigen Vorschlägen für eine Rentenreform arbeite: „Wir werden zeigen, dass nicht kalte Mathematik die Renten rettet, sondern eine klare Haltung für den Sozialstaat.“

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