Unter dem Motto „Zukunft statt Gas – Gemeinsam für die Energiewende“ ruft ein deutschlandweites Bündnis für Samstag, den 30. Mai, in Hamm zu einer Demonstration für eine gerechte Energiewende und gegen den Neubau von Gaskraftwerken auf. Der Protest richtet sich gegen die Energiepolitik von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU). Die Demonstration wird initiiert von Campact, Fridays for Future, BUND und Greenpeace. Zahlreiche weitere Organisationen unterstützen den Aufruf.
Die Demonstration startet um 12 Uhr und führt in Richtung Gersteinwerk, wo RWE einen großen zusätzlichen Gaskraftwerksblock plant. Startpunkt und Route sind noch offen. Vor dem Kraftwerk ist zum Abschluss der Demonstration ein Mitmach-Weltrekordversuch geplant: Mehr als tausend Teilnehmende stellen sich zum größten menschlichen Windrad der Welt auf.
„In keiner Region sind derzeit mehr Gaskraftwerke geplant als im Ruhrgebiet – allein rund um Hamm sind es drei. Und das ist erst der Anfang: Lobbyministerin Katherina Reiche will die Erneuerbaren Energien ausbremsen und Milliarden in klimaschädliche Gaskraftwerke stecken. Von den Plänen profitieren vor allem RWE und Co., deren Wünsche Reiche in Gesetze gießt. Gegen diese fossile Politik und für die Energiewende gehen wir gemeinsam auf die Straße“, sagt Verena Graichen, Geschäftsführerin Politik des BUND.
„Der Irankrieg führt einmal mehr vor Augen: Nur erneuerbare Energien machen uns unabhängig von autoritären Regimen. Sonne und Wind müssen nicht durch die Straße von Hormus, sie sind günstig und schützen das Klima. Doch Gasministerin Katherina Reiche greift die Energiewende an, fördert Öl- und Gasheizungen und lenkt Milliarden in zusätzliche Gaskraftwerke. Schluss mit dem Gas-Wahn, Schluss mit fossiler Abhängigkeit!“, fordert Mira Jäger, Energieexpertin von Greenpeace.
„In den letzten Wochen haben wir überall im Land gegen den fatalen energiepolitischen Kurs der Bundesregierung protestiert, und der Zuspruch war riesig. Jetzt ist es Zeit, als geeinte Klimabewegung für die Energiewende und Klimagerechtigkeit auf die Straße zu gehen: Alle zusammen nach Hamm!“, so Linda Kastrup, Sprecherin von Fridays for Future Deutschland.
Christoph Bautz, geschäftsführender Vorstand von Campact: „Die Klimabewegung ist zurück – und sie wächst. Mit ihrer rückwärtsgewandten Energiepolitik treibt Ministerin Reiche die Menschen zunehmend auf die Straße. Vor zehn Tagen demonstrierten über 80.000 in vier Großstädten. Jetzt kommen Tausende nach Hamm – genau dorthin, wo die Energiewende mit viel zu viel Strom aus Gaskraftwerken ausgebremst werden soll. Unser Protest ist unübersehbar: Vor den Kraftwerkstürmen formen wir das größte menschliche Windrad der Welt. Unsere Botschaft ist klar: Finger weg von den Erneuerbaren!“
Der geplante Ausbau von Gaskraftwerken sorgt für eine Welle von Protesten in der Region. In Hamm wird vom 27. bis 31. Mai auch das von ehrenamtlichen Aktivist:innen organisierte Hammer Klimacamp stattfinden.
PM Greenpeace Deutschland e.V.